Kurz nach dem Start in das neue Schuljahr, durften wir mit dem Projekt Therapeutisches Reiten beginnen.

Jeweils 4 Kinder für je 3 Freitagvormittage, durften dabei Pferdeluft schnuppern.

Alle Kinder des Projektes, sprangen am 13.09.2019 freudig aus Ihrem Schulbus. Ausgerüstet mit Wanderschuhen oder Gummistiefel, so wie einen gut passenden Helm und einem feinen Znüni im Gepäck starteten wir die Fahrt zum Pferdehof.

Bald entdeckten wir die ersten Pferde. Bei einigen Kindern war die Angst etwas grösser als die Begeisterung, beim Anblick der Pferdeherde. Zum Glück war da Lucky, das kleine Pony. Es wurde gestreichelt, geputzt, gemistet und natürlich geritten. Das Znüni wurde entweder allein gegessen oder mit dem sympathischen Pony geteilt. Jeweils am letzten der 3 Freitage, dürfen die Kinder auf dem Hof Picknicken. Einige Kinder benötigten etwas mehr Zeit und beobachteten alles ganz genau. Das Getragen werden vom Pony, löste dann aber ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit aus, sodass sich alle Kinder wohlfühlten. Sichtlich müde von den vielen Eindrücken, ging es um 11.30 Uhr zurück in die Schule.

Warum wirkt sich die Reittherapie/Pferdetherapie bei vielen Kindern positiv aus?

Das Pferd als Basis der Reittherapie eignet sich für verschiedenste Ansätze einer Therapie.

Bei Kindern und Jugendlichen mit physischen Beeinträchtigungen, kann ich die Bewegung des Pferdes nutzen um passiv, verschiedene Muskeln anzusprechen.

Durch den alleinigen Kontakt mit dem Pferd, geniesst das Kind verschiedenste Sinneswahrnehmungen. Spüren, riechen, berühren, getragen werden.

Ein Pferd wertet nicht und spiegelt das Kind in seiner emotionalen Stimmung wider. Es reagiert darauf und gibt so wichtige Signale, um die Kommunikation zu stärken. Ich stärke das Kind so in seinen Handlungen und seiner Beziehungsfähigkeit.

Das Pferd strahlt sehr viel Ruhe, Präsenz und Motivation auf die Kinder aus. So kann ich mehr Interesse und Motivation in verschiedenen Lernbereichen erarbeiten.

Alle Kinder blühten nach den ersten Stunden total auf und waren konzentriert bei der Sache und kaum zu bremsen. Einige trauten sich sogar in die Pferdeherde wo etwa 12 Pferde sich frei bewegen. Die Begegnungen und Berührungen waren meist emotional sehr tief und löste in den Kindern viel aus. In den 3 Vormittagen sahen wir sehr grosse Fortschritte einzelnen Kindern, vor allem in der Kommunikation und Beziehung zum Pferd.

2 Schülerstimmen die begeistert auf die Stunden zurückblicken:

Almir: «Mir hat das Reiten sehr gefallen. Das kleine Pferd war herzig. Auf dem grossen Pferd war es kuhl. Wir haben mit den Pferden Znüni gegessen. Pferde streicheln war schön. Mir hat es sehr gut gefallen, es war sehr schön.»

Julian: «Znüni essen und Reiten mit den grossen Pferden war toll. Ich war stolz. Ich konnte das Pferd in der Halle rennen lassen. Das war toll.»

Uygar: «Das Reiten war sehr schön. Ich konnte das Pony ganz alleine führen, obwohl ich zuerst etwas nervös war.»