Ein Schüler bei mir in der Logopädie kommuniziert seit diesem Schuljahr mit PECS. PECS ist die Abkürzung für Picture Exchange Communication System.

Gerne stelle ich euch dieses Kommunikationssystem im Folgenden kurz vor.

PECS ist für Menschen mit Autismus aller Altersstufen konzipiert, die keine oder eine eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit haben. PECS ist eine Methode, welche es den Betroffenen ermöglicht, Kommunikation selber zu initiieren um somit mit der Außenwelt in Kontakt treten zu können.

Die Kommunikation findet durch einen Austausch von Bildkarten gegen Gegenstände statt. Um einen nachhaltigen Erfolg erzielen zu können, ist es wichtig, dass ein reger Austausch mit allen Bezugspersonen stattfindet.

Das PECS Training verläuft in 6 Phasen und arbeitet mit sogenannten „Verstärkern“. Als Verstärker gelten Gegenstände, Spielzeuge oder auch Nahrungsmittel, die das Kind besonders gern mag und die wie eine Belohnung auf das Kind wirken. In der ersten Phase soll zunächst erreicht werden, dass das Kind nach Aufforderung des Gegenübers eine Bildkarte überreicht und im Gegenzug dafür das gewünschte Objekt erhält. Schließlich lernt das Kind mit Bildkarten ganze Sätze zu bilden, Attribute und neue Satzanfänge zu verwenden sowie spontanes Kommentieren.

PHASE I
Wie man kommuniziert
Schüler lernen, einzelne Bilder für Gegenstände oder Aktivitäten auszutauschen, die sie wirklich wollen.

PHASE II
Entfernung und Beharrlichkeit
Immer noch einzelne Bilder verwendend, lernen Schüler, diese neue Fähigkeit zu verallgemeinern, indem sie sie an verschiedenen Orten, mit verschiedenen Menschen und über Entfernungen hinweg verwenden. Ihnen wird auch beigebracht, dass sie beim Kommunizieren beharrlich bleiben.

PHASE III
Bildunterscheidung
Schüler lernen, aus zwei oder mehr Bildern auszuwählen, um nach ihren Lieblingsdingen zu fragen. Diese befinden sich in einem PECS-Kommunikationsbuch – einem Ringbuch mit selbstklebenden Hakenverschlussstreifen, auf dem Bilder gespeichert und für die Kommunikation leicht entfernt werden können.

PHASE IV
Satzbau
Schüler lernen, einfache Sätze auf einem abnehmbaren Satz-Streifen zu konstruieren. Ein „Ich möchte“- Bild, gefolgt von einem Bild des gewünschten Gegenstandes wird verwendet. Auch in dieser Phase lernen Schüler, ihre Sätze zu erweitern, indem sie Adjektive, Verben und Präpositionen hinzufügen.

PHASE V
Auf Anfrage reagieren
Schüler lernen, PECS zu verwenden, um Fragen wie „Was möchtest du?“ zu beantworten.

PHASE VI
Kommentieren
Schülern wird beigebracht, Fragen wie „Was siehst du?“, „Was hörst du?“ Und „Was ist das?“ zu kommentieren. Sie lernen, Sätze zu bilden, die mit „Ich sehe“, „Ich höre“, „Ich fühle” beginnen.