Besuch der Weissen Moschee – September 2018
Oberstufe

Die Oberstufenschülerinnen und -schüler besuchten am 14. September 2018 die Weisse Moschee in Aarburg.

Sie befassen sich im Rahmen des interreligiösen Unterrichts mit verschiedenen Religionen. Vor den Sommerferien lernten wir dank einer unserer Schülerinnen den Buddhismus kennen. Nach den Herbstferien wenden wir uns dem Christentum zu. Zurzeit ergründen wir den Islam. Drei Muslime in unserer Klasse erzählen von ihrem Glauben, ihren Erlebnissen und Erfahrungen. Ein Schüler bringt die Adresse der Weissen Moschee in Aarburg. Nach verschiedenen Telefonaten dürfen wir am Freitag, 14. September die Weisse Moschee in Aarburg besuchen. Alle sind aufgeregt. Sie können sich nicht vorstellen, dass in Aarburg eine Moschee steht, gibt es doch dort gar kein Minarett!

Herzlich werden wir an der Feldstrasse vom Imam Nehat Ismaili, der Übersetzerin Djeneta Ramadani sowie unserem Verbindungsmann Nimet Ramadani willkommen geheissen.

Über das Treppenhaus kommen wir zum Gebetsraum. Wir ziehen unsere Schuhe aus und betreten die Moschee. Sie ist mit weichen schönen Teppichen ausgelegt. An der Decke sind Schriftzeichen, welche auch im Koran zu finden sind. Die Bedeutung des Schriftzeichens rechts lautet «Oh Mensch», das in der Mitte bedeutet «Und wende dein Gesicht in Richtung der heiligen Moschee in Mekka» und das Schriftzeichen links bedeutet «Oh Allah, segne mich mit mehr Wissen».

Bild 1: Eingang ins Gebäude.
Bild 2: Eingang in den Gebetsraum. Die Schuhe werden ausgezogen.
Bild 3: Minibar: Wird nur beim Freitagsgebet benützt.

Der Imam erzählt uns die Geschichte des Gebäudes und erklärt die Mihrab, die Nische, welche mit wenigen Graden Abweichung nach Mekka zeigt. So wissen die Gläubigen, in welche Richtung sie beten müssen. Es gibt vorgegebene Gebete sowie auch persönliche. Herr Ismaili spricht über den Predigerstuhl, Kursi genannt, von welchem er an Samstagen und Sonntagen zu den Gläubigen spricht sowie über die Predigertreppe, die Minbar, welche im Freitagsgebet benützt wird. Ausserdem lernen wir die Wichtigkeit und die Notwendigkeit der rituellen Waschungen kennen.

Die Schüler entdecken die Gebetsketten und möchten wissen, warum «Schmuck» in diesem Raum hängt. Sie lernen, dass es sich um Gebetsketten, Misbaha oder Subha, handelt. Es gibt sie mit 33 oder 99 Perlen, die in drei Sektionen zu je 11 oder 33 Perlen aufgeteilt sind. Man kann Allah mit unterschiedlichen Ausdrücken preisen. Meistens werden aber 3 bestimmte Ausdrücke ausgesprochen. Es wird 33 Mal Subhan Allah gesagt, „gepriesen sei Gott“, 33 Mal al-hamdulillah, „gelobt sei Gott“ und 33 Mal wird Allahu Akbar gesagt, „Gott ist gross“.

Interessant ist, dass auf dem Teppich die einzelnen Gebetsräume eingewoben sind. So hat jeder Gläubige genug Platz für sein Gebet.

Die Jugendlichen lernen, dass in der Moschee nicht nur gebetet wird. Ebenso werden die Kultur und die Gegebenheiten der Schweiz angeschaut und weitervermittelt. Es wird diskutiert und debattiert. Es gibt Bücher zum Lesen. Wenn genügend Platz im Gebetssaal ist, beten Männer, Kinder und Frauen gemeinsam. Die Frauen haben jedoch auch ihren eigenen Raum.

Zum Zentrum gehört eine Cafeteria, wo es auch die Möglichkeit zum Spielen; Fernsehen und zum gemütlichen Beisammensein gibt. Dort wurden wir zum Schluss kindgerecht mit einem feinen Znüni verwöhnt.
Die Schülerinnen und Schüler sowie wir Begleitpersonen haben einen interessanten und lehrreichen Morgen erlebt. Wir bedanken uns herzlich bei der albanischen Kulturgemeinde Aarburg.

Bild 1: Imam Ismaili und Übersetzerin Frau Djenata Ramadani vor der Mihrab, der Nische, welche nach Mekka zeigt.
Bild 2: Schriftzug in der Mitte der Moschee “und wende dein Gesicht in Richtung der heiligen Moschee in Mekka”.
Bild 3: Die Jugendlichen der Oberstufe der Heilpädagogischen Schule Zofingen bei Zuhören.

2018-09-24T14:35:51+00:00